Beim Gabionen befüllen entscheiden zwei Dinge über das Ergebnis: die richtige Körnung im Verhältnis zur Maschenweite und die Menge. Für die Menge gibt es eine Faustformel – Volumen der Gabione in Metern (Höhe × Länge × Breite) multipliziert mit 1,7 ergibt das Schüttgewicht in Tonnen. Ein laufender Meter Gabionenzaun in 30 cm Tiefe und 1,80 m Höhe braucht damit rund 900 kg Steine. Diese Größenordnung überrascht die meisten – und sie ist der Grund, warum Fundament, Statik und Distanzhalter vor dem ersten Stein geklärt sein sollten.
Wie viel Füllmaterial brauche ich?
Rechnen Sie das Volumen Ihrer Gabione in Metern aus und multiplizieren Sie es mit dem Umrechnungsfaktor 1,7. Das Ergebnis ist das Schüttgewicht in Tonnen.
| Gabione | Volumen | Rechnung | Steinbedarf |
|---|---|---|---|
| Korb 50 × 50 × 50 cm | 0,125 m³ | 0,125 × 1,7 | ca. 210 kg |
| Korb 100 × 50 × 50 cm | 0,25 m³ | 0,25 × 1,7 | ca. 425 kg |
| Gabionenzaun, 1 lfm bei 20 cm Tiefe und 1,80 m Höhe | 0,36 m³ | 0,36 × 1,7 | ca. 610 kg |
| Gabionenzaun, 1 lfm bei 30 cm Tiefe und 1,80 m Höhe | 0,54 m³ | 0,54 × 1,7 | ca. 920 kg |
Die Formel liefert einen Richtwert, keinen exakten Wert. Wie viel tatsächlich hineingeht, hängt von der Befüllart ab: Lose geschüttete Steine lassen mehr Hohlraum als sauber von Hand eingeschlichtete. Wer die Sichtseite ordentlich schlichtet, braucht spürbar mehr Material als die Formel angibt.
Ein zweiter Faktor wird fast immer übersehen: Über- und Unterkorn. Gabionensteine sind Naturprodukt und ungewaschen, im Steinbruch gelten sie oft als Abraum. Bei einer Lieferung sind bis zu 20 % Kleinkorn, Sand und anhaftender Schlamm normal, dazu bis zu 15 % Überkorn – also Steine außerhalb der angegebenen Körnung. Beides ist im Natursteinhandel branchenüblich und berechtigt nicht zur Reklamation. Für Ihre Rechnung heißt das: Ein Teil der gelieferten Tonnage landet nicht in der sichtbaren Füllung, sondern rieselt als Feinanteil nach unten durch.
Kalkulieren Sie deshalb mit einem kleinen Aufschlag – aber nicht zu großzügig. Zu viel bestellte Steine können nicht zurückgenommen werden. Sinnvoll ist ein Puffer von etwa zehn Prozent: genug, um den Feinanteil und das Setzen im ersten Jahr aufzufangen, ohne dass eine halbe Tonne ungenutzt im Garten liegen bleibt.
Körnung und Maschenweite: die wichtigste Regel
Das Füllmaterial muss größer sein als die Maschenweite, sonst fällt es durch das Gitter. Maßgeblich ist dabei immer die kleinere Seite der Masche. Bei einer Maschenweite von 50 × 100 mm ist also die 50-mm-Kante entscheidend.
Deshalb beginnen die gängigen Gabionensteine bei einer Körnung von 60 mm – mit ausreichend Sicherheitsabstand zur Masche. Feiner Kies oder Splitt scheidet für die Außenschicht damit aus. Wer trotzdem feines Material verwenden möchte, kann es innen einsetzen und mit gröberen Steinen an der Sichtseite arbeiten.
Nach oben gibt es ebenfalls eine Grenze: Sehr grobe Steine über 150 mm lassen sich in schmalen Körben kaum noch sinnvoll setzen und hinterlassen große Hohlräume. Für Gabionenzäune mit 15 bis 23 cm Tiefe liegt der praktische Bereich bei 60 bis 120 mm.
Steinsorten im Vergleich
Bei der Wahl des Natursteins für Ihre Steinkörbe entscheidet vor allem die Optik – alle vier Sorten in unserem Sortiment sind witterungsbeständig und frostsicher:
| Steinsorte | Körnung | Farbe | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Alpen | 60–150 mm | Grau, Schwarz, Weiß | Lebendig durch die Farbmischung |
| Basalt | 60–120 mm | Grau, Schwarz | Dunkel und ruhig, passt zu Anthrazit-Zäunen |
| Jura | 60–120 mm | Beige | Hell und gleichmäßig, wirkt mediterran |
| Muschelkalk | 60–150 mm | Beige, Creme, Grau | Warme Mischtöne mit sichtbaren Fossilien |
Alpen – die lebendige Mischung

Der Alpenstein ist kein einheitliches Gestein, sondern eine Mischung – daher das Zusammenspiel aus Grau, Schwarz und Weiß. Mit 60 bis 150 mm hat er die größte Körnungsspanne im Sortiment und eignet sich damit auch für tiefere Körbe, in denen große Steine gut zur Geltung kommen. Praktischer Nebeneffekt: Die Farbunterschiede lenken das Auge, kleine Unregelmäßigkeiten beim Schlichten fallen weniger auf als bei einfarbigem Material.
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Basalt – der widerstandsfähigste

Basalt ist ein Vulkangestein, also erstarrte Lava. Er ist besonders hart, dicht und kantenstabil und reagiert – anders als Kalkstein – nicht auf sauren Regen. Wenn Sie eine Füllung suchen, die auch nach Jahrzehnten unverändert aussieht, ist Basalt die sicherste Wahl. Die dunkle, ruhige Optik harmoniert gut mit anthrazitfarbenen Zaunsystemen und moderner Architektur.
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Jura – der helle Kalkstein

Jurastein ist ein Kalkstein und damit weicher als Basalt. Über Jahrzehnte kann er unter saurem Regen minimal abwittern – im Garten ist das optisch kaum relevant, ehrlicherweise aber ein Unterschied. Dafür wirkt die beige Farbe deutlich leichter: In kleinen Gärten oder vor hellen Hausfassaden drückt eine helle Gabione weniger als eine dunkle Steinwand.
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Muschelkalk – Kalkstein mit Fossilien

Muschelkalk ist wie Jura ein Kalkstein, fällt aber deutlich unruhiger aus. Beige, Creme und Grau mischen sich im selben Korb, und an den Bruchflächen werden häufig versteinerte Muscheln und andere Fossilien sichtbar – daher der Name. Wer Jura zu gleichförmig findet, bekommt hier dieselbe helle Grundstimmung mit deutlich mehr Struktur. Mit einer Körnung bis 150 mm eignet sich Muschelkalk außerdem für tiefere Körbe, in denen große Steine ihre Wirkung entfalten.
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Wie die Steine bei der Lieferung wirklich aussehen
Ein Punkt, den kaum jemand vorher erwähnt: Für Produktfotos werden Natursteine üblicherweise gereinigt und nass fotografiert, weil Struktur und Farbe so deutlich besser zur Geltung kommen. Geliefert werden die Steine dagegen ungewaschen und trocken. Der erste Eindruck beim Auspacken ist deshalb fast immer blasser und staubiger als das Bild im Shop.
Das legt sich nach dem ersten kräftigen Regen weitgehend von selbst. Wer nicht warten möchte, spült die fertige Gabione einmal mit dem Gartenschlauch ab. Hinzu kommt, dass Naturstein in Form, Größe und Farbe schwankt – zwei Lieferungen derselben Sorte sehen nie identisch aus. Auch Rostausblühungen sind bei manchen Gesteinen möglich und kein Materialfehler.
Genau deshalb lohnt sich das 1-kg-Muster: Sie sehen den Stein trocken, ungewaschen und in echt, bevor eine Tonne davon vor der Einfahrt steht.
Ein praktischer Hinweis zur Bestellung: Von allen Sorten gibt es ein 1-kg-Muster, das per Paketdienst kommt. Bei einem Projekt über mehrere Meter lohnt sich das – Steinfarben wirken im Garten anders als auf dem Bildschirm, und die Entscheidung lässt sich später nicht mehr korrigieren. Größere Mengen liefern wir als BigBag in 250, 500, 750 oder 1.000 kg per Spedition frei Bordsteinkante. Prüfen Sie vorher, ob ein 40-Tonner bei Ihnen zufahren kann und die Abladefläche mit dem Hubwagen befahrbar ist.
Neben diesen Klassikern werden auch Granit und Kalkstein häufig für Gabionen verwendet. Granit ist besonders hart und kantenstabil, Kalkstein heller und weicher, kann aber bei stark saurem Regen über Jahre leicht abwittern.
Alternativen zum Naturstein
Als Füllmaterial ist nicht nur Naturstein denkbar. Was sich bewährt und was nicht:
Funktioniert gut: Glasbrocken als Akzent in einzelnen Feldern – besonders wirkungsvoll mit Hinterleuchtung. Pflastersteine und Betonbruch aus dem eigenen Rückbau, sofern die Kantenlänge stimmt. Holzscheite in Stirnholzoptik als gestalterisches Element, allerdings mit begrenzter Lebensdauer und nur in trockenen, gut belüfteten Bereichen.
Funktioniert nicht: Recyclingmaterial mit hohem Feinanteil rieselt nach und sackt über die Jahre zusammen. Ziegelbruch zerfällt bei Frost. Und alles, was leichter ist als Stein, verändert die Statik – bei geringem Füllgewicht braucht die Konstruktion mehr Distanzhalter, nicht weniger, weil die stabilisierende Masse fehlt.
Wer mehrere Materialien kombiniert, sollte schichtweise arbeiten und die Übergänge bewusst setzen. Zufällig gemischt wirkt das Ergebnis unruhig.
Distanzhalter richtig setzen
Ohne Distanzhalter würde sich ein hoher Gabionenzaun unter dem Gewicht der Steine nach außen wölben. Die Halter sind Haken, die beim Befüllen von innen am Gitter eingehängt werden und exakt die Länge der Gabionentiefe haben müssen. Bei unseren Gabionen liegen sie der Lieferung bei, nachbestellen lassen sie sich über das Gabionen-Zubehör.
Ein Trick aus der Praxis, der viel Ärger spart: Schieben Sie Kanthölzer quer durch das Gitter, sodass sie auf den Haken aufliegen. Die fallenden Steine treffen dann das Holz statt die Distanzhalter, die sonst verbiegen können. Nach dem Befüllen ziehen Sie die Hölzer einfach seitlich wieder heraus.
Wie viele Halter nötig sind, hängt vom Füllgewicht ab. Beobachten Sie den Korb während des Befüllens: Zeichnet sich eine Ausbauchung ab, setzen Sie sofort zusätzliche Haken – nachträglich lässt sich eine verformte Gabione nicht mehr geradeziehen.
Schritt für Schritt befüllen
1. Untergrund klären. Bei rund 900 kg pro laufendem Meter ist der Untergrund keine Nebensache. Eine betonierte Fläche oder ein Streifenfundament ist bei schwerer Füllung die sichere Basis. Im Zweifel vorher fachlich abklären lassen.
2. Gerüst ausrichten. Die Wasserwaage ist beim Aufstellen Pflicht. Steht der Korb schief, verstärkt sich die Schieflage mit jedem Zentimeter Füllhöhe – und ab einem gewissen Punkt lässt sie sich nicht mehr korrigieren, ohne alles wieder auszuräumen.
3. Sichtseite zuerst. Setzen Sie die Steine an der sichtbaren Seite von Hand, flächig und mit möglichst wenig Fuge. Den Kern füllen Sie danach lose auf. So bekommen Sie eine saubere Ansicht, ohne den gesamten Korb schlichten zu müssen.
4. In Lagen arbeiten. Befüllen Sie in Abschnitten von etwa 30 cm und setzen Sie die Distanzhalter mit, statt sie nachträglich einzufädeln.
5. Verdichten. Rütteln Sie den Korb zwischendurch leicht, damit sich die Steine setzen. Was Sie jetzt an Setzung vorwegnehmen, fehlt später nicht oben.
6. Abschließen. Den Deckel mit den mitgelieferten Eckverbindern oder Drahtringen sichern.
So sieht das Ergebnis aus
Zwei Aufnahmen aus Kundenprojekten, beide mit Alpensteinen befüllt. Achten Sie auf die Sichtseite: Die Steine sind flächig gesetzt, die Fugen bleiben schmal und gleichmäßig. Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, ob eine Gabione hochwertig oder zusammengeschüttet wirkt – und er kostet nichts außer Zeit beim Befüllen.

Das zweite Beispiel zeigt dieselbe Steinsorte an einer Grundstücksgrenze – hier über eine längere Strecke, sodass die Wirkung der Farbmischung über mehrere Felder hinweg sichtbar wird.

Gut zu erkennen ist auch, wie sich die Farbmischung des Alpensteins im großen Verbund verhält: Aus der Nähe wirken die einzelnen Steine sehr unterschiedlich, aus einigen Metern Entfernung ergibt sich ein ruhiges Gesamtbild. Das ist der Grund, warum man Steinsorten immer an der fertigen Wand beurteilen sollte und nicht am Einzelstück.
Von Hand, mit Trichter oder maschinell?
Für einzelne Körbe im Garten ist die Handbefüllung der übliche Weg – langsam, aber mit dem besten optischen Ergebnis. Bei längeren Zaunanlagen wird das schnell zur Geduldsprobe: Für zehn Meter Gabionenzaun bewegen Sie je nach Tiefe sechs bis neun Tonnen Stein.
Ein Einfülltrichter beschleunigt die Kernbefüllung deutlich, taugt aber nicht für die Sichtseite. Bei größeren Projekten arbeiten Profis mit Radlader oder Minibagger und schlichten nur die Ansichtsflächen von Hand. Wichtig dabei: Aus großer Höhe geschüttete Steine beschädigen die Distanzhalter – der Kantholz-Trick ist dann keine Option mehr, sondern Voraussetzung.
Sind Gabionen ökologisch umstritten?
Diese Frage taucht regelmäßig auf und verdient eine ehrliche Antwort. Der Vorwurf stammt aus der Schottergarten-Debatte: Steinflächen speichern Hitze, bieten wenig Lebensraum und verdrängen Bepflanzung. Einige Kommunen haben Schottergärten inzwischen eingeschränkt.
Ein Gabionenzaun ist damit nicht gleichzusetzen – er ersetzt eine Zaunlinie, nicht eine Gartenfläche. Trotzdem gilt: Eine massive Steinwand an der Südseite heizt sich auf und gibt die Wärme abends ab. Wer das abmildern möchte, kombiniert die Gabione mit Kletterpflanzen am Gitter, hält Abstand zu Sitzplätzen oder wechselt bepflanzte Abschnitte mit Steinfeldern ab. Die Hohlräume zwischen den Steinen sind übrigens ein guter Lebensraum für Insekten und Eidechsen – vorausgesetzt, es wurde nicht mit Feinmaterial vollständig verfüllt.
Alle Körbe, Steine und das passende Zubehör finden Sie in unserer Kategorie Gabionen. Wie Sie einen kompletten Gabionenzaun planen und was er kostet, erklärt unser Ratgeber Gabionenzaun: Aufbau, Kosten und Gestaltungsideen.
Häufige Fragen zum Befüllen von Gabionen
Welches Füllmaterial eignet sich für Gabionen?
Am gebräuchlichsten sind Natursteine mit einer Körnung von 60 bis 120 mm – etwa Basalt, Granit, Kalkstein oder Jurastein. Entscheidend ist, dass die Steine größer sind als die kleinere Kante der Maschenweite. Als gestalterische Ergänzung funktionieren Glasbrocken oder Holzscheite, allerdings nur abschnittsweise und nicht als alleinige Füllung.
Wie viele Distanzhalter brauche ich?
Das hängt von Höhe und Füllgewicht ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Verlassen Sie sich auf die Beobachtung während des Befüllens: Sobald sich das Gitter nach außen wölbt, gehören zusätzliche Haken hinein. Bei leichteren Füllmaterialien sind eher mehr Halter nötig, weil die stabilisierende Masse fehlt.
Sacken Gabionen mit der Zeit zusammen?
Eine gewisse Setzung im ersten Jahr ist normal, besonders bei lose geschütteter Füllung. Wer beim Befüllen zwischendurch verdichtet, nimmt den größten Teil davon vorweg. Bleibt oben eine sichtbare Lücke, füllen Sie einfach nach – deshalb lohnt es sich, einen Rest Steine der gleichen Charge aufzuheben.
Was kosten Gabionensteine?
Der Preis richtet sich nach Sorte und Abnahmemenge. Zur Orientierung: Das 1-kg-Muster kommt per Paketdienst, größere Mengen gehen als BigBag mit 250 bis 1.000 kg per Spedition raus. Da ein laufender Meter Gabionenzaun je nach Tiefe 600 bis 900 kg braucht, ist der BigBag ab dem ersten Meter die sinnvolle Bestellgröße. Die aktuellen Preise stehen bei den jeweiligen Gabionensteinen im Shop.






